Cover Image

Gears of War 5 - Kampagne

November 5, 2019 - Lesezeit: 5 Minuten

Ziemlich exakt 3 Jahre nach Gears 4 steht nun der Nachfolger an. Nach wie vor bin ich ein großer Fan der Reihe und der zwar etwas kurze, aber dennoch sehr gelungene Vorgänger hat die Erwartungen nicht geschmälert (Mein Review gibt es hier). Der Krieg tobt erneut und die junge Gruppe um JD, Del und Kait gehört wieder zur KOR (natürlich). Um den Feind zu vernichten, wer hätte es gedacht, soll der Hammer der Morgenröte erneut aktiviert werden. Soweit die vereinfachte Grundstory, die im Prinzip aus der 360 Reihe schon bekannt ist und hier nur mit neuen und alten Helden umgeschrieben wurde. Das war sicherlich auch den Entwicklern bewusst und daher hat man gleich mehrere Konflikte auf persönlicher und emotionaler Ebene eingeführt die letztendlich dazu führen, dass man auf Spurensuche in Kaits Vergangenheit geht, auch um Ihre mysteriöse Verbindung aufzudecken.

So teilt sich Gears 5 letztendlich in 4 Akte, was ein Akt weniger ist als eigentlich in der Reihe üblich und dennoch haben wir eine deutlich höhere Spielzeit als in Gears 4. Das liegt vor allem daran, dass man in Akt 2 & 3 neue Wege geht. Erstmals gibt es so etwas wie eine Open World durch die man sich mit dem Skiff, einem vom Wind betriebenen Schlitten, bewegt. Eine malerische Eis- und Schneewelt in Akt 3, sowie eine raue, von Stürmen gesäumte Wüstenlandschaft in Akt 4. Erstere erinnerte mich etwas an Rise of the Tomb Raider, wie übrigens auch die Tatsache das man sich ab und zu durch irgendwelche Lücken quetschen muss, scheinbar macht man sowas jetzt halt. Glücklicherweise hält man sich mit dem Open World Zeug aber zurück und meistens „skifft“ man von einem Missionspunkt zum nächsten, was dank der guten Steuerung Spaß macht. Unterwegs haben die Entwickler noch ein paar optionale Nebenmissionen platziert, in denen man vornehmlich Verbesserungen für den bekannten Drohnenbegleiter Jack sammelt. Denn auch hier gibt es eine Neuigkeit, Jack hat einen Fähigkeitsbaum erhalten und lässt sich jetzt in einem gewissen Rahmen konfigurieren und auch steuern. Das ist durchaus ganz nett, auch wenn die Suche nach den Komponenten das Spiel natürlich irgendwie künstlich verlängert. Negativ fand ich es aber nicht. Ansonsten bleibt glücklicherweise alles beim Alten und die Akte 1 & 4 spielen sich ganz klassisch, wie aber auch alle Unterkapitel in den Open World Akten. Die Story wird wie bei Gears of War üblich in kurze Zwischensequenzen, aber vornehmlich in den Gesprächen zwischen den Charakteren während des Spiels vorangetrieben. Das führt nach wie vor zu einer tollen Charakterbildung und einer emotionalen Bindung, auch weil es eine hervorragende Balance zwischen lockeren, ernsten und informativen Dialogen gibt. Hier ist das Spiel deutlich besser unterwegs als Gears 4. Der Fokus liegt in Gears 5 aber noch mehr auf der neuen Generation um die junge Garde, vernachlässigt aber die „alten“ Helden nicht und baut diese geschickt ein. Dazu gibt es zum Ende des Spiels eine knüppelharte Entscheidung zu treffen, die vor allem für den Nachfolger interessant werden wird. Abschließend sei noch gesagt das Gears 5 unfassbar gut aussieht. Das war damals auf der 360 schon so, hat sich mit Gears 4 fortgesetzt und Gears 5 ist jetzt mit Sicherheit das schönste Gears was es je gab. Das liegt auch an den unterschiedlichen und mit vielen Details versehenen Landschaften und Umgebungen, die einen hohen Beitrag zur der tollen Atmosphäre leisten. Das Sounddesign steht dem ebenfalls in Nichts nach.

Ist es jetzt das beste Gears of War was es je gab? Es war viel davon zu lesen, aber für mich bleibt es vermutlich Gears of War 2, wenngleich Gears 5 dem schon sehr, sehr nahe rückt und auch den direkten Vorgänger übertrifft. Es bringt ein paar neue Aspekte ins Spiel, wie den minimalistischen Open World Ansatz, bei dem es hoffentlich auch bleiben wird, denn so fühlt es sich noch nach Gears an, wenngleich einige sicherlich auch sagen werden das man ihn so auch lassen kann. Andere Neuerungen wie die Upgrades von Jack sind nette Gimmicks die gut integriert sind und etwas frischen Wind bringen, so dass es sich halt nach einem neuen Spiel anfühlt ohne alles auf den Kopf zu stellen. Letztendlich besteht das Spiel im Kern nach wie vor aus den klassischen Stärken mit viel Action Gemetzel, opulenter Präsentation auf höchstem Level und einer Story die von ihren Charakteren mit der emotionalen Erzählweise lebt.

9 / 10

PLUS

  • Grandiose Optik & Atmosphäre
  • Abwechslungsreiche Umgebungen
  • Gute Charakterentwicklung
  • Dialoge zwischen den Actioneinlagen ergänzen die Story geschickt
  • Fahrten mit dem Skiff
  • Open World Ansatz klein gehalten
  • 2-3 neue Gameplaymöglichkeiten
  • Trotz Neuerungen aber im Kern gleich
  • Coop Funktion
  • Höherer Umfang …

MINUS

  • … der aber teilweise auch etwas erschummelt ist (z.B. durch das Sammeln von Komponenten)
  • Tutorial für geübte Gears überflüssig und eher nervig
  • eher nerviger, als fordernder Bosskampf gegen die Matriachin
  • Story im Prinzip nur umverpackt (Stichwort Hammer der Morgenröte)

Cover Image

Gears of War 4 - Kampagne

Oktober 17, 2016 - Lesezeit: 5 Minuten

Mit Erscheinen der Xbox One war auch klar, dass es ein neues Gears of War geben würde. Warum sollte Microsoft auch auf eines seiner besten und vor allem exklusiven Pferde verzichten? Und auch als Spieler hat man es im Grunde erwartet, musste dann sich aber trotzdem noch fast drei Jahre gedulden. Als großer Fan der Reihe (mir gefiel irgendwie auch Judgement, wenngleich das Spiel nicht wirklich nötig war) habe ich direkt am Release Tag zugeschlagen und kann jetzt knapp eine Woche später, nach durchspielen der Kampagne, meine Meinung äußern. Gears of War 4 spielt 25 Jahre nach Gears 3, die Menschen leben wieder mehr oder weniger friedlich auf Sera, werden von der KOR regiert und wohnen hauptsächlich in von Robotern erbauten Siedlungen, die Schutz vor den immer wiederkehrenden Sturmfronten bieten. Das passt nicht jedem und so gibt es kleine Gruppen von Rebellen, zu denen auch der neue Held JD, Sohn von Legende Marcus Fenix, gehört. Natürlich passieren dann seltsame Dinge, so dass JD und seine Kumpels bald wieder dem alten Feind gegenüberstehen und wer könnte da besser Helfen als der Papa?

Eingeteilt ist Gears 4 in 5 Akte, wobei der erste Akt als kleine Rückblende gespielt wird und der zweite zur Einführung der neuen Charaktere, macht Sinn. Spätestens ab dem dritten Akt fühlt sich das Spiel dann einfach nach der Gears Serie an. Ducken, in Deckung, ballern, lockere Sprüche der sympathischen Helden, fiese Gegner. Da werden Fans der Reihe voll abgeholt, denn an dem bewährten Gameplay hat sich trotz frischer Gesichter nichts geändert und das ist auch gut so. Hier und da gibt es ein paar neue Waffen, die Gegner erschienen mir etwas zäher als früher, insgesamt hat das Spiel auf normal einen fordernden Schwierigkeitsgrad, aber keinen unfairen. Abwechslung bieten die unterschiedlichen, aber dennoch Gears typischen Regionen durchaus und grafisch sieht alles so gut aus wie noch nie. Zwischendurch gilt es, ebenfalls typisch für die Reihe mal ein Geschütz zu bedienen, ein Fahrzeug oder einen Mech zu steuern oder auch mal im Horde Stil einen Punkt zu verteidigen. Die Kampagne geht auch wieder im Coop, wenn gleich auch leider nur zu zweit und nicht zu viert. Warum auf der XBOX One aber im Coop nicht die ganze Bildbreite ausgenutzt wird? Vermutlich technischer Natur, dann das war auch bei Call of Duty: Black Ops II so. Schade, aber der Coop Modus bleibt auch im neusten Gears Ableger eine große Stärke. Schön.

Leider ist die Kampagne aber um eine Stunde zu kurz geraten, das Ende relativ abrupt und im Laufe der Story hätten es für meinen Geschmack noch ein paar mehr Infos zu den vergangenen 25 Jahren und den neuen Hauptcharakteren geben dürfen, aber sei es drum. Ich schätze Gears of War 5 wird uns wohl 2018 vorgelegt. Auch mit der zwar sehr guten und vor allem lippensynchronen (das war ja in den Vorgängern gerne mal ein Problem) deutschen Synchronisation bin ich nicht 100% im Einklang. An Marcus neue Stimme gewöhnt man sich recht schnell, trotzdem hätte ich lieber wieder Stefan Müller-Ruppert gehört, Neueinsteigern dürfte das aber egal sein. JD wird von Peter Flechtner gesprochen der zwar stimmlich sehr gut passt, aber der Mann ist wohl einer der meistbeschäftigten Sprecher Deutschlands und neben vielen Film und Serienstars spricht er u.a. auch Nathan Drake in Uncharted 4. Wegbegleiterin Kait wird von Maria Koschny gesprochen die zuletzt u.a. als Lara Croft in Rise of the Tomb Raider zu hören war. Ich hätte mir in beiden Fällen lieber Stimmen gewünscht die man nicht schon großen Charakteren anderer Videospielreihen zuordnet. Eine Produktion wie die Gears of War Reihe sollte sich doch wünschen anders zu klingen als andere Reihen.

Gears of War 4 ist die logische Fortsetzung für alle Gears Fans. Die Entwickler von The Coalition haben einen sehr guten Job gemacht und die beliebte Reihe gekonnt auf die neue Plattform gebracht und fortgeführt. Meine Erwartungen wurden erfüllt. 8,5 von 10.

PLUS

  • typisches Gears Feeling
  • schöne, stimmungsvolle Grafik
  • Coop Modus
  • lockere Sprüche
  • guter Aufbau der Kampagne
  • Abwechslung durch Fahr, Mech und Horde Passagen
  • Zwischensequenzen lippensynchron
  • neue Charaktere fügen sich gut ein

MINUS

  • Kampagne hätte etwas länger sein dürfen
  • etwas abruptes Ende
  • nur teilweise die gleichen Sprecher wie in den alten Teilen & Sprecherwahl hätte individueller sein können
  • mehr Hintergrundinfos in der Story

Epischer Trailer