Gute 4 1/2 Jahre nach Valhalla mache ich mich nun an den neusten Hauptteil der Assassins Creed Reihe. Dazwischen gab es noch den für mich durchaus gelungenen kleinen Ableger Mirage und erfreulicherweise die gratis Frische-Kuren für Syndicate und mittlerweile auch für Unity. Vor allem Syndicate taugt sicherlich für den ein oder anderen Vergleich, da dort bereits zwei spielbare Hauptcharaktere zur Verfügung standen und dies auch in Shadows wieder der Fall ist.
Bekannterweise wurde in der Community schon länger Japan als Schauplatz gefordert und nun da Japan aktuell einen Hype erlebt hat man sich auch bei Ubisoft entschlossen, dass es an der Zeit ist dem Land zur Zeit des Feudalismus einen Besuch zu gewähren. Das tut man in wirklich wunderschöner Grafik, die vor allem mit den neuen Wetter- und Jahreszeiten Effekten punktet. So ist die gesamte Spielwelt mal in der Kirschblüte, dann komplett begrünt, später im stimmigen Herbst und am Ende des Jahres dann, je nach Höhenlage, komplett verschneit. Dazu kommen tolle Regen, Wind und Nebeleffekte sowie wunderschöne Sonnen Auf- und Untergänge. Mein persönliches Highlight bleibt zwar weiterhin Odyssey, aber das hat mehr mit dem mediterranem Flair zu tun und Shadows setzt sich als neuster Titel grafisch schon an die Spitze der Reihe.

Hart betrachtet war es das dann aber schon mit den richtig guten Neuigkeiten, denn alles andere war für mich leider an vielen Stellen unrund. Die tolle Grafik bleibt ein reines Stilmittel, hat hier und da minimale Auswirkungen auf das Gameplay, wird aber nicht richtig konsequent eingebunden. D.h. für die Story ist es nicht relevant, welche Tages- oder Jahreszeit grade herrscht. Ja bei Nacht ist schleichen, wegen der Schatten die man gut nutzen kann etwas leichter und stimmiger, aber wenn man ehrlich ist war es das und hatte auf meine Spielweise keinen Einfluss. Es gibt keine Regionen oder Quests die gewisse Umgebungsbedingungen voraussetzen oder diese thematisch sowie optisch einbinden. Das ist aus meiner Sicht definitiv verschenkt. Verschenkt ist leider auch die Aufteilung auf zwei Charaktere, die sich zwar unterschiedlich spielen, was sich aber letztendlich auf zwei relevante Dinge reduziert. Schaden und Bewegung. Naoe die Shinobi spielt sich Assassins-Creed-Like, ist flink unterwegs, kann gut klettern, schleichen und kämpfen, verträgt aber deutlich weniger Treffer als Yasuke, der stämmige Samurai. Dieser rumpelt sich schwergängig durch die Spielwelt, teilt gnadenlos aus und verträgt auch deutlich mehr Treffer. Das passt eigentlich, wäre da nicht der Punkt das es viele Stellen gibt, die Yasuke einfach nicht erreichen kann, weil er halt maximal über einen Zaun klettern, lieber aber einfach hindurchrennt. Höher gelegene Aussichtspunkte auf Gebäuden oder in der Natur zu erreichen kann man aber oftmals vergessen, was ärgerlich ist da man teilweise wenige Meter von einen Sammelobjekt entfernt den Charakter wechseln muss.

Und dann ist da noch der größte Schwachpunkt des Spiels. Die Story. Die war schon bei Valhalla grade so zweckdienlich und ist bei Shadows leider noch schwächer. Zwar stimmen die Eckpfeiler um Rache, natürlich eine große und viele, viele kleine Geheimorganisation sowie viel japanischer Kultur von der Teezeremonie, über Burgen, Tempel, Daikane und Daimyōs bis hin zum Shogun und den verschiedenen Damen ist alles drin, aber es gelingt zu absolut keiner Zeit das alles zu einem mitreißendem Ganzen zu verpacken. So hat man auch erst nach einem ewig langem Prolog, der letztendlich gute 8-10 Stunden umfasst, von denen man aber die Hälfte der Zeit nur den durchschnittlichen Cutscenes folgt, die Möglichkeit beide Charaktere zu steuern. Zu dem Zeitpunkt hat man aber im Gegenzug dann schon einen riesigen Questbaum sowie 20 andere Charaktere und Figuren eingeführt. Die sind für sich gesehen eigentlich alle nicht schlecht wie z.B. Tomiko, die euer Versteck am Laufen hält, der kleine muntere Junge Junjiro oder die Verbündeten, die man für seinen Geheimbund anwerben kann. Aber es funktioniert kaum im Geamtbild. Der immer gleiche Aufbau der Quests ist extrem eintönig und nervt spätestens dann wieder so richtig, wenn nach einem Dialog mit dem Questgeber die Fortsetzung möglichst weit weg vom aktuellen Standort stattfindet und man erstmal wieder fünf Minuten reiten muss nur um das Gespräch fortzuführen oder abzuschließen. Da habe ich echt daran gezweifelt ob ich überhaupt weiterspiele und nur die wirklich schönen Landschaften retten den Titel hier. Die hat aber auch so seine Tücken, denn Abseits der Wege und Dörfer kommt man oftmals wegen der dichten Vegetation nicht vorwärts, steckt plötzlich im Unterholz fest oder kann einen Felsen, egal mit welchem Charakter nicht hochklettern. Diese bilden zwar ein Duo, haben miteinander aber eine ähnliche Chemie wie zwei nebeneinander liegende Steine. Streitigkeiten, Emotionen, irgendeine Entwicklung miteinander? Fehlanzeige oder alles nur halbgar. Das war mit den Geschwistern Frye in Syndicate, deutlich besser. Überhaupt ist im direkten Vergleich mit Syndicate die Sinnhaftigkeit zweier Charaktere deutlich mehr gegeben, als in Shadows. Yasuke hätte auch ein einfach ein nicht spielbarer Verbündeter, mit höherem Story-Anteil sein können. Ab dem Moment wo ich mit Naoe ausreichende Fähigkeiten erlangt hatte um nicht in jedem Gefecht durch zwei Hiebe zu sterben, habe eigentlich nur noch mit ihr gespielt, sofern das Quest keinen Charakter vorschrieb.
Die Kämpfe sind auch wieder so eine Sache, generell machen sie Spaß, wirken komplexer als in vorherigen Titeln und vor allem die unterschiedlichen Waffen und Spezialattacken bieten einem viele Möglichkeiten sich zu entwickeln und nach eigener Präferenz zu spielen, dass ist wirklich gelungen. Natürlich ist da jedoch auch wieder ein Aber. Zum einen geht die Übersicht, vor allem bei vielen Gegnern öfter mal verloren, das klappte bei Odyssey und Valhalla, im direkten Vergleich mit z.B. den Eroberungsschlachten und Raubzügen schon deutlich besser. Zum anderen sind einige Schergen deutlich zäher als sie sein müssten und es wirkt etwas seltsam und durchaus öfter frustrierend, wenn ein einfacher Bandit im gleichen oder leicht höheren Level wie man selbst, einen mit einem Treffer (vor allem mit der Naginata) fast niederstreckt, im Gegenzug aber mehrere Spezialattacken aushält.

Das klingt am Ende alles vielleicht schlechter als es wirklich ist. Immerhin bin ich dann doch dran geblieben und habe den Titel beendet (ca. 60 Stunden Spielzeit über gut 3-4 Monate verteilt). Shadows hat einen großen Umfang, eine wunderschöne Grafik, ein paar Neuerungen, die aber nicht besonders ins Gewicht fallen und bleibt im Kern immer ein Assassin's Creed. Leider mit einer Story, die keinen wirklichen Reiz versprüht, die einen roten Faden gebraucht hätte, den man ihr nicht gibt. So beendet man die inspirationslosen Quests relativ emotionslos, weil man es abschließen möchte ("Ach komm den einen erwische ich auch noch"), aber zu selten, weil man wissen möchte wie die Geschichte weitergeht oder eine neue Region erkunden will. Die zwei Charaktere? Geschenkt, Naoe hätte locker ausgereicht, hätte das Spiel vielleicht sogar alleine besser gemacht. So bleibt Shadows leider ein irgendwie unrunder Titel. 7/10
Assassin´s Creed Unity hatte mich zu seiner Zeit ziemlich abholt. Das Setting in Paris, zu Zeiten der französischen Revolution, ist extrem gelungen umgesetzt und bis heute hat das Spiel eine der besten und atmosphärischten Geschichten der Reihe. Wegen des schlechten Zustands bei der Veröffentlichung ist das Spiel aber auch bis heute wohl oftmals unter dem Radar und als Referenz in der AC-Reihe wohl bei vielen nicht präsent. Ich selber habe es nie unter Version 1.5 gespielt und kann/will somit nicht auf alten Fehlern herumreiten. Scheinbar sind desolate Release-Versionen für geduldige sowieso eher eine gute Sache, denn auch bei Cyberpunk 2077 ist am Ende ein grandioser Titel herausgekommen. Als Syndicate dann Ende 2015 erschien, denn "damals" gab es noch jedes Jahr einen Ableger der Reihe, hatte ich jedoch schlicht und einfach keine Lust auf London. Irgendwann wanderte der Titel dann über Games with Gold in meine Bibliothek und aus einer Laune heraus oder vielleicht auch aus der gewonnen Erfahrung heraus, dass ich mit AC:Shadows besser noch warte, habe ich es mir nun fast 10 Jahre nach Release installiert und durchgespielt. Syndicate hat mich dabei durchaus überrascht und was mir dabei gut, aber ab und zu auch nicht so gut gefallen hat, führt die nachfolgende Liste auf:
Plus:
Neutral:
Contra:

Syndicate ist ein gelungener Reihenteil, der sich durch das 4K-Update und das gute Gameplay auch heute noch hervorragend spielen lässt. Vor allem wenn man Lust auf ein eher klassisches Assassin´s Creed hat. Mit Jacob und Evie Frye gibt es außerdem zwei gelungene Protagonisten, die man abwechselnd spielt. 7,5/10
Das Star Wars Universum wächst oder wuchert gar auf allen Medien und in alle Richtungen. So hatte ich ein weiteres Star Wars Spiel nur als Randnotiz wahrgenommen, auch weil ausgenommen der Lego Titel, mich nie wirklich eines begeistern konnte. Tatsächlich hat der coole Stand auf der Gamescom 2024, dann doch mein Interesse an Outlaws geweckt und als es dann nur wenige Wochen später erschien, habe ich einfach mal zugeschlagen, sicherlich auch weil 3rd-Person Action-Adventure mittlerweile doch mein favorisiertes Genre sind.
Kurz und knapp, das Spiel ist äußerst gelungen. Im großen und ganzen hat Ubisoft bzw. Massive Entertainment Gameplay Elemente aus Assassins Creed, dem Tomb Raider Reboot, Far Cry und Uncharted genommen und daraus ein Star Wars Open-World Spiel gebaut. Dass dies so gut funktioniert, ist neben der starken technischen Umsetzung vorrangig dem Hauptcharakter Kay Vess und natürlich dem tierischen Begleiter Nix zu verdanken. Die Story um die beiden ist einfach gelungen, sympathisch erzählt und bewegt sich Abseits der Hauptsaga, ähnlich der Mandalorian-Serie und dem Solo-Film, zudem es auch ein paar direkte Bezüge gibt und das nicht nur weil man unverkennbar einen weiblichen Han Solo spielt. Mit Macht, Jedi und Lichtschwertern hat man also nichts zu tun, wohl aber mit Rebellen und dem Imperium. Hauptsächlich versucht man jedoch, in der Gunst der Syndikate aufzusteigen und alles nötige an Crew, Erfahrung und Können zusammenzubekommen, um einen finalen Raubzug gegen einen der Unterweltbosse durchzuführen. Dazu erkundet, schleicht und kämpft man sich durch vier Planeten sowie die dazugehörigen Orbit-Areale. Das ist alles sehr abwechslungsreich gestaltet: Steppe, Wüste, Schnee und Dschungel auf den Planeten, Meteoriten, Trümmer und Nebelfelder sowie Raumstationen im Orbit. Positiv aus meiner Sicht, die Areale sind zwar groß, aber nicht gigantisch und nach einiger Spielzeit stellt sich ein gewisser Bekanntheitsgrad ein. Zur Fortbewegung gibt es einen coolen Gleiter sowie natürlich ein Raumschiff. Beides lässt sich mit Upgrades versehen, genau wie Kays Ausrüstung und der tierische Begleiter Nix, dem man kleinere Befehle geben kann, was sich vor allem in den Schleichpassagen als extrem nützlich und auch spaßig erweist. Außerdem dient er auch als “Adlerauge”.

Technisch spielt sich der Titel extrem rund, die Steuerung hat mich nie im Stich gelassen und vor allem die Kletterpassagen sind angenehm flüssig. In den Weltraumgefechten lässt sich eine gewisse Hektik kaum vermeiden, dennoch machen sie Spaß. Ähnliches gilt für die größeren Schießereien am Boden.
Die Grafik ist vor allem sehr detailreich und wirklich schön gestaltet. Im Gegensatz zu z.B. Starfield wirkt hier gar nichts steril und leer, man hat den Eindruck, die Leveldesigner haben wirklich alles gegeben. Besonders cool sind die immer wieder vorkommenden “Lost-Places”, wie abgestürzte Kreuzer, eine verlassene Klonfabrik oder die Trümmerfelder vergangener Weltraumschlachten. Auch die imperialen Basen, in denen die ständigen Beschwerden der Wachen zum Schmunzeln anregen und Weltraumstationen machen einiges her sowie die Schneestadt Kajimi. Ab und zu gibt es mal ein paar Probleme mit ein paar Pop-Ups und der Texturenschärfe, aber nichts, was ins Gewicht fällt. Es ist kein Cyberpunk, aber doch wirklich sehr schick.
Dazu kommt ein wirklich toller Soundtrack, der die Atmosphäre deutlich anhebt. So wird beispielsweise ein Raumschiffstart in den Orbit zu einer einfach überragenden Sache. Die Synchronisation ist gelungen und vor allem auf deutsch nicht mit den immer gleichen Stimmen besetzt.
Kleinere Kritikpunkte finden sich natürlich, so hätte ich mir mehr Schnellreiseziele gewünscht, da wie in vielen Open-World Spielen leider üblich die Wege mal länger sein können, als sie müssten. Regelmäßig irrt man zudem etwas herum, um den ein oder anderen Einstiegspunkt in eine Nebenmission zu finden. Cool wäre auch gewesen, man hätte sich bei einzelnen Missionen zwischen Nix und ND5, dem Kampfdroiden, als Begleitung entscheiden können, um zu schleichen oder direkt aggressiv vorzugehen.

Die Entwickler von Star Wars: Outlaws haben die schwierige Hürde gemeistert, von allem einen gewissen Umfang zu bieten und diesen dann richtig auszuarbeiten, statt noch mehr Welten, Möglichkeiten oder Story-Verwirrungen einzubauen um das Spiel größer, aber halt nicht besser oder lebendiger zu machen. Ich kann mich auch an keinen Titel erinnern, indem mir ein integriertes Mini-Game tatsächlich mehrfach Spaß gemacht hat und ich dieses gar freiwillig zwischendurch aufgesucht habe, wie hier das Kartenspiel Kessel-Sabbac. Das Fähigkeiten und Verbesserungen der Ausrüstung vorrangig durch Aktivitäten erworben oder verbessert werden können, ist für mich ein weiterer großer Pluspunkt. Es motiviert einfach so viel mehr, die ein oder andere Nebenmission zu absolvieren und vermittelt ein viel besseres Gefühl von Fortschritt, als stumpfes sammeln, sammeln, sammeln.
Die Entscheidung, eine recht frische Story im Star Wars Universum zu bieten, die sich aber bewusst nicht um die ganz großen Themen dreht, war für mich goldrichtig, da sie sehr gelungen präsentiert und erzählt wird, sowie mit einer sympathischen Heldin punktet. Wegen der vielen tollen Details fühlt man sich wirklich eingebunden in das Star Wars Universum, zumal es natürlich genügend Bezüge und Bekannte aus den Filmen und Serien gibt. Ich freue mich auf die noch kommenden zwei Add-Ons für Kays Abenteuer und vielleicht ja in ein paar Jahren auch auf einen Nachfolger. 9/10
Spielzeit: ca. 40 Stunden, wenn man auch einige Nebenmissionen und kleinere Quests mitnimmt, sowie alle Fähigkeiten erlangt.

Ich erinnere mich noch als auf der E3 2109 Keanu Reeves auf die Bühne geschlurft kam und als Pate und Charakter für Cyberpunk 2077 das Spiel präsentierte. Naja ok noch ein Open World Kram habe ich gedacht, sieht ganz cool aus, aber damals lag mein Fokus eher auf Gears 5. Dann erschien das Spiel Ende 2020 und war scheinbar unfertig, lief nicht gut oder auch gar nicht, alte Konsolen wie die Xbox One und die PS4 waren zu schwach, es gab Zoff unter den Entwicklern usw. Da ich sowieso mit AC: Valhalla beschäftigt war hatte ich auch kein großes Interesse an noch einem umfangreichen Story-Spiel und mich interessierte das Theater darum einfach nicht.

Anfang 2022 habe ich dann aus einer Laune heraus in einem Xbox Sale zugeschlagen und es absolut nicht bereut. Mag sein das das zum Release vieles schief gelaufen ist, aber im Jahr 2022 und mit dem Patch 1.5 ist Cyberpunk 2077 eines der Besten Spiele die ich überhaupt je gespielt habe. Ja man muss Bock drauf haben und auch Zeit, weil der Story Anteil hoch ist, im Gegensatz zu vielen anderen Spielen aber fesselnd. Zwischendurch mal eine halbe Stunde spielen, dafür ist das Game eher weniger gemacht. Dafür bekommt man aber verschiedenen Handlungsmöglichkeiten und Entscheidungen die auch Auswirkungen haben und Haupt -und Nebenmissionen die Spaß machen und stimmig sind (ein großes Problem von AC:Valhalla und in meinen Augen auch von GTA) sowie generell großartige Charaktere. Das Spiel läuft flüssig und ich konnte es einwandfrei auf einer Series S spielen. Ja es ist mal abgestürzt und hier und da gibt es auch mal einen Glitch, dadurch das man aber ständig und überall speichern kann oder auch Autosaves gemacht werden war das nie ein Problem und an einer Hand abzählbar. Generell vermute ich hier, wie übrigens noch bei vielen Spielen, ein Problem mit dem Quick Resume der Xbox. Ansonsten ist das Gameplay gut und die deutsche Synchronisation hervorragend gelungen. Die Texturen sind vielleicht nicht die schärfsten die ich je gesehen habe (habe ja auch "nur" eine Series S), aber der detailgrad der Grafik und die dadurch entstandene lebendige Welt ist überragend. Ein solches Paket für 35 € im Sale ist im Prinzip der Wahnsinn und mit dem Patch 1.5 gibt es überhaupt keinen Grund mehr über das Spiel herzuziehen, außer man ist ein verbitterter FPS zählender Troll ;)
*Nachtrag Dezember 2023
Bedingt durch die Phantom Liberty Veröffentlichung habe ich mich entschlossen das Spiel einfach nochmal zu spielen und muss sagen, dass ich es nochmal besser fand, als schon beim ersten Mal. Nun als weibliche, Konzerner V, was das Spiel jetzt nicht völlig auf den Kopf stellt, aber es gibt schon genügend Auswirkungen, so dass es auf jeden Fall ein anderer Durchlauf ist. Außerdem habe ich tatsächlich alle Variationen der Enden durchgespielt, was definitiv zu empfehlen, aber zugegeben nicht immer so richtig befriedigend ist.
Phantom Liberty bringt dann nochmal richtig viel Umfang dazu, bietet auch wieder verschiedene Story-Stränge, so dass es sich auch hier lohnt, einige Passagen mit anderen Entscheidungen zu wiederholen. In Summe sollten das bestimmt 3-4 Stunden alternativer Content sein, bei locker 20 Stunden Plus insgesamt für das Addon. Storymäßig gefällt mir das Hauptspiel aber besser, als die Phantom Liberty Agentengeschichte und auch wenn Dogtown gelungen designt ist, sehe ich mich ebenfalls eher in Night City. Die Variation und Abwechslung, um die das Spiel ergänzt wird, ist dennoch enorm. Denn das Addon bringt nicht einfach nur mehr vom Gleichen, was es auf alle Fälle lohnenswert macht.
So ist Cyberpunk für mich jetzt das beste Open-World-Spiel überhaupt. Fehlt noch ein Durchlauf als Streetkid … vielleicht nächsten Herbst.
Letzter Satz: Was mir beim zweiten Durchlauf verstärkt aufgefallen ist, ist die lebendige Integration der Dialog und Cutszenen. Da wird sich während eines Gesprächs angelehnt, die Gestik gewechselt, der Blick verändert, einfach nur mal an der Nase gekratzt usw. Das habe ich in noch keinem Spiel so gut umgesetzt gesehen. Ein Starfield z.B. wirkt dagegen wie von vor 10 Jahren.
Ziemlich exakt 3 Jahre nach Gears 4 steht nun der Nachfolger an. Nach wie vor bin ich ein großer Fan der Reihe und der zwar etwas kurze, aber dennoch sehr gelungene Vorgänger hat die Erwartungen nicht geschmälert (Mein Review gibt es hier). Der Krieg tobt erneut und die junge Gruppe um JD, Del und Kait gehört wieder zur KOR (natürlich). Um den Feind zu vernichten, wer hätte es gedacht, soll der Hammer der Morgenröte erneut aktiviert werden. Soweit die vereinfachte Grundstory, die im Prinzip aus der 360 Reihe schon bekannt ist und hier nur mit neuen und alten Helden umgeschrieben wurde. Das war sicherlich auch den Entwicklern bewusst und daher hat man gleich mehrere Konflikte auf persönlicher und emotionaler Ebene eingeführt die letztendlich dazu führen, dass man auf Spurensuche in Kaits Vergangenheit geht, auch um Ihre mysteriöse Verbindung aufzudecken.
So teilt sich Gears 5 letztendlich in 4 Akte, was ein Akt weniger ist als eigentlich in der Reihe üblich und dennoch haben wir eine deutlich höhere Spielzeit als in Gears 4. Das liegt vor allem daran, dass man in Akt 2 & 3 neue Wege geht. Erstmals gibt es so etwas wie eine Open World durch die man sich mit dem Skiff, einem vom Wind betriebenen Schlitten, bewegt. Eine malerische Eis- und Schneewelt in Akt 3, sowie eine raue, von Stürmen gesäumte Wüstenlandschaft in Akt 4. Erstere erinnerte mich etwas an Rise of the Tomb Raider, wie übrigens auch die Tatsache das man sich ab und zu durch irgendwelche Lücken quetschen muss, scheinbar macht man sowas jetzt halt. Glücklicherweise hält man sich mit dem Open World Zeug aber zurück und meistens „skifft“ man von einem Missionspunkt zum nächsten, was dank der guten Steuerung Spaß macht. Unterwegs haben die Entwickler noch ein paar optionale Nebenmissionen platziert, in denen man vornehmlich Verbesserungen für den bekannten Drohnenbegleiter Jack sammelt. Denn auch hier gibt es eine Neuigkeit, Jack hat einen Fähigkeitsbaum erhalten und lässt sich jetzt in einem gewissen Rahmen konfigurieren und auch steuern. Das ist durchaus ganz nett, auch wenn die Suche nach den Komponenten das Spiel natürlich irgendwie künstlich verlängert. Negativ fand ich es aber nicht. Ansonsten bleibt glücklicherweise alles beim Alten und die Akte 1 & 4 spielen sich ganz klassisch, wie aber auch alle Unterkapitel in den Open World Akten. Die Story wird wie bei Gears of War üblich in kurze Zwischensequenzen, aber vornehmlich in den Gesprächen zwischen den Charakteren während des Spiels vorangetrieben. Das führt nach wie vor zu einer tollen Charakterbildung und einer emotionalen Bindung, auch weil es eine hervorragende Balance zwischen lockeren, ernsten und informativen Dialogen gibt. Hier ist das Spiel deutlich besser unterwegs als Gears 4. Der Fokus liegt in Gears 5 aber noch mehr auf der neuen Generation um die junge Garde, vernachlässigt aber die „alten“ Helden nicht und baut diese geschickt ein. Dazu gibt es zum Ende des Spiels eine knüppelharte Entscheidung zu treffen, die vor allem für den Nachfolger interessant werden wird. Abschließend sei noch gesagt das Gears 5 unfassbar gut aussieht. Das war damals auf der 360 schon so, hat sich mit Gears 4 fortgesetzt und Gears 5 ist jetzt mit Sicherheit das schönste Gears was es je gab. Das liegt auch an den unterschiedlichen und mit vielen Details versehenen Landschaften und Umgebungen, die einen hohen Beitrag zur der tollen Atmosphäre leisten. Das Sounddesign steht dem ebenfalls in Nichts nach.
Ist es jetzt das beste Gears of War was es je gab? Es war viel davon zu lesen, aber für mich bleibt es vermutlich Gears of War 2, wenngleich Gears 5 dem schon sehr, sehr nahe rückt und auch den direkten Vorgänger übertrifft. Es bringt ein paar neue Aspekte ins Spiel, wie den minimalistischen Open World Ansatz, bei dem es hoffentlich auch bleiben wird, denn so fühlt es sich noch nach Gears an, wenngleich einige sicherlich auch sagen werden das man ihn so auch lassen kann. Andere Neuerungen wie die Upgrades von Jack sind nette Gimmicks die gut integriert sind und etwas frischen Wind bringen, so dass es sich halt nach einem neuen Spiel anfühlt ohne alles auf den Kopf zu stellen. Letztendlich besteht das Spiel im Kern nach wie vor aus den klassischen Stärken mit viel Action Gemetzel, opulenter Präsentation auf höchstem Level und einer Story die von ihren Charakteren mit der emotionalen Erzählweise lebt.
9 / 10
PLUS
MINUS
Ergänzung vom 23.07.2021:
Durch den Game Pass habe ich mir auch das Kampangen Addon "Schwarmtöter" angesehen und durchgespielt. Klassiches Gears ohne Open World mit einer Gruppe Anti-Helden. Der Anfang war etwas hakelig, aber im Laufe der knapp 4 Stunden Spielzeit schafft es auch diese Gruppe einen gut mitzunehmen. Lohnt sich durchaus, ohne Game Pass dürfte es für 20 € aber vielleicht auch noch ein Stündchen mehr sein.
Ein paar Worte zum neusten Abenteuer der Lara Croft. Beide Vorgänger haben mir extrem gut gefallen, wobei ich beim zweiten durchspielen den Erstling aus 2013 noch etwas lieber mag. Neben The Division und Gears of War gehören aber beide Titel zu den besten Third Person Games die ich kenne. Leider kann Shadow of the Tomb Raider für mich nun nicht vollends dieses Niveau halten. Vorrangig liegt das an der seltsamen, schlecht getimten Story die mich einfach nicht zu 100% packen konnte, der Übergang von Teil 2 zu Teil 3 gelingt schon nicht besonders glücklich und auch die schleichende Entwicklung von Lara selbst war in Teil 1 und 2 deutlich besser rausgestellt und hatte unglaubliches Potenzial es passend in Teil 3 weiterzuführen. Letztendlich schiebt Lara aber jeden Zweifel schnell von sich weg, riskiert und opfert eigentlich alles (u.a. ganze Dörfer) und jeden für Ihr Ziel und hat im Prinzip nichts aus den vorherigen Abenteuern gelernt. Der Bösewicht und seine "Commander" bleiben blass und austauschbar, auch weil sie zu wenig und nicht böse genug in Erscheinung treten, was irgendwie auch für die begleitenden Helden gilt. Jonah dient nur als passender Sidekick, der immer dann auftaucht und verschwindet (gerne auch unlogisch in oder aus dem Nichts) wenn es grade nützlich ist oder die Handlung es erfordert. Verteidigend für das Spiel sei erwähnt das ich mich in der Welt der Maya nicht besonders gut auskenne, das Spiel aber viele Mythen und geschichlichte Fakten sowie Orte aufgreift. Die Hintergrundinfos sammelt man in vielen Fundstücken, was aber halt optional ist. Hier wäre vor allem zu Beginn eine geschicktere Einbindung sinnvoll gewesen um dem Spieler ein Grundwissen mitzugeben.
Ansonsten sind das Schema und der Aufbau des Spiels im Prinzip identisch mit Teil 2 nur statt Schnee gibt es jetzt halt Dschungel, aber auch wieder ein vergessenes Volk, ein paar seltsame Wesen usw. Die parallelen sind schon enorm, ohne aber den guten Spielfluss der Vorgänger zu erreichen. Spielerisch gibt es aber nichts zu meckern, die größten Veränderungen sind weniger Actionparts, wobei den vorhandenen gewohnten Spaß bieten, besonders, wenn sie in Kombination mit intensiven Sprung und Kletterparts sind für mich nach wie vor eine Stärke der Reihe. Außerdem schwimmt und taucht man viel, kann sich abseilen und schwingen und zudem sind einige Schleichparts enthalten, die aber entgegen meiner Befürchtung, richtig Laune machen. Mit Schlamm beschmieren, Deckung suchen und aus dieser Gegner aufknüpfen gehört zu den Highlights.
Nachdem durchspielen und auch stellenweise schon beim Spielen selbst wird man das Gefühl nicht los, dass auch die Entwickler irgendwie nicht so richtig zufrieden waren und an einigen Stellen versucht haben nachträglich gegenzusteuern, wie z.B. mit dem Abschnitt im Croft Manor oder der Tatsache, dass es jetzt auch Gegner in den Herausforderungsgräbern gibt, was mir persönlich überhaupt nicht gefallen hat. Die Gräber selbst sind auch selten logisch, sondern lösen sich meistens nur durch plumpes durchprobieren aller sich bietenden Möglichkeiten, auch wenn es ein paar gelungene gibt, die sich aber eher im Storypart befinden. Vieles wirkt etwas künstlich gestreckt. In diese Kerbe schlägt auch Laras reduzierte Gesundheit oder die eher öden Nebenmissionen. Dahingehend gibt es auch Kritik am Fähigkeitenbaum, denn bis auf 4-5 richtig nützliches Dinge braucht man viele nicht zwingend oder verwendet sie doch nicht, was natürlich auch weniger motiviert zwischendurch Punkte zu sammeln. Auch hier muss sich das Spiel die Frage gefallen lassen ob Lara in einem dritten Teil wirklich viele Dinge dann auch zum 3. Mal lernen muss. Hier wären mehr neuen Ideen sinnvoll gewesen.
Bei all der Kritik ist Shadow oft the Tomb Raider dennoch ein gelungenes Abenteuer, was vor allem an dem starken Grundprinzip, einer schönen Grafik und einem wirklich richtig guten und stimmungsvollen Soundtrack liegt. Super gelungen sind auch die Gesichtsanimationen in den Cutszenen, welche die momentane Emotion extrem gut rüberbringen. Die spielerischen Neuerungen hingegen sind (glücklicherweise) gering und der Spielaufbau im Prinzip 1:1 aus dem Vorgänger übernommen. Das wäre nicht mal schlimm gewesen, hätte man die Story nicht so vermurkst, ihr einen besseren Aufbau und Ablauf gegönnt und die anderen Charaktere spannender gestaltet. Alles Stärken der Vorgänger. So wirkt das ganze Spiel am Ende leider unrund. Schade. Achja und unbedingt düsterer, wie es oftmals zu lesen war, ist dieser Teil nun nicht. Aber da waren die Vorgänger auch wirklich teilweise nicht ohne.
7/10
Nachtrag 21.12.2025: Nachdem ich endlich mal Uncharted 4 beendet hatte, habe ich gleich mal meinen zweiten Durchlauf von Laras letztem Abenteuer beendet. Vor allem die neuen Gräber der Defintive Edition können hier gefallen, auch wenn sie durchaus übertrieben monumental konstruiert sind, aber auch ein paar gute Story Ergänzungen bringen. Beim Hauptspiel bleibt die Story nämlich weiterhin unrund erzählt, was auch an den recht häufigen, sprunghaften Ortswechseln liegt, die sich nicht so nahtlos und passend integrieren wie das in den vorherigen Teilen der Fall war. Im letzten Drittel des Spiels (ca. ab der Erdbeben Katastrophe) passt es aber ganz gut und das grandios inszenierte Finale ist schon sehr gelungen. Das gilt auch weiterhin für die launigen Actionparts und Konfrontationen, wenn man von den Yaaxil in einigen Gräbern mal absieht, die ich dort weiterhin als super nervig empfand. Gerne hätte ich noch einen weiteren Teil dieser Lara erlebt indem Sie dann gerne noch etwas reflektierterer hätte sein dürfen. Das jüngts angekündigte Tomb Raider: Catalyst sieht allerdings eher wie ein Mix aus allen bestehenden Teilen der ganzen Reihe aus, mit einer eher "klassischen" Lara.